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Freitag ist Musiktag
(Ausgabe 2017/33)
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Liebe Musikfreundinnen & -freunde,

hier ist er der dritte Teil unserer Sommermails, alte Bekannte für die einen, tolle Neuentdeckungen für die anderen. Und nicht, dass ihr euch wundert, wir sind nicht auf einmal zu faul, neue Texte zu schreiben, aber viel erscheint halt im Moment nicht. Aber wir sind natürlich auch am schreiben, look out for September ;-)

beste Grüße und ein musikalisches Wochenende
Peter Bongartz mit Todde Jarks, Peter "Point" Gruner & Julien Fertl
Black Lillies "Hard To Please"
Es gibt noch immer endlose Highways und noch immer passende Musik dazu
Mal angenommen, jemand träumt dieser Tage noch den alten, schönen Traum von einem langen Road-Trip durch die USA: Die Black Lillies sind exakt die Band, welche wir am Ende eines langen Tages in einem Roadhouse am Rande des staubigen Highways hören möchten. Die Truppe um Singer-Songwriter Cruz Contreras klingt wie eine dieser von unzähligen Club-Gigs gestählten Barbands, die mit einer Mischung aus Fleiß, Enthusiasmus, Hartnäckigkeit und Talent aus ihrer Kunst zumindest einen kargen Lebensunterhalt herauspressen. Was sie aber von einer ganz gewöhnlichen Barband unterscheidet, sind erstens tolle Eigenkompositionen, zweitens makellose handwerkliche Fähigkeiten und drittens eine enorme Vielseitigkeit. Im Grunde sind die Black Lillies eine Roots-Rock-Band, die Country genauso spielen kann wie Rock'n'Roll, Soul, Bluegrass und Folk - und oft einfach alles zusammenwirft. So mäandern diese zehn durchweg gelungenen Songs ungezwungen durch die amerikanische Musikgeschichte, mischen Steel-Guitar und Stax-Bläser, sehnsüchtige Folkballaden und energetische Honky-Tonk-Tanzboden-Rocker. Schön auch die gesangliche Mann-Frau-Doppelspitze, bei der die Sängerin Trisha Gene Brady einen selbstbewussten, beseelten Counterpart zu Contreras bildet, während die Band im Rücken der beiden präzise und geschmeidig, kraftvoll, diszipliniert und druckvoll mit den Stilen jongliert. Sehr amerikanisch und sehr gut.
Hard To Please
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Orchestra Baobab "Tribute To Ndiouga Dieng"
Die Musik des afrokubanischen Soul-Orchesters ist ein Allheilmittel
Tribute To Ndiouga Dieng
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Ob Ihr es glaubt oder nicht: Auch Plattenhändler haben Tage, an denen sie am liebsten überhaupt nichts hören wollen. Wenn schon daheim der Nachbar seine Umgebung den ganzen Morgen mit dem Laubsauger terrorisiert, wenn die pubertierende Tochter über das Essen motzt und das Finanzamt über die noch immer fehlende Steuererklärung, wenn allerorten die Presslufthämmer trommeln und die Rasenmäher singen, dann will auch der unersättliche Musik-Nerd nur eines: Ruhe. Nun gehört es aber nun mal zum Charakter eines Plattenladens, dass in ihm Musik läuft, denn ein stiller Plattenladen ist ungefähr so einladend wie ein Schwimmbad ohne Wasser. Da hilft nur eins: Orchestra Baobab. Das sengalesische Traditions-Orchester ist eine immer funktionierende Allzweckwaffe. An Tagen, an denen alles nur hakt und gar nichts groovt, setzen sie Dich ganz beiläufig wieder auf’s Gleis - und ehe Du Dich versiehst, swingst Du mit einem seligen Lächeln zu diesem tiefenentspannten, einer warmen, sanften Brandung gleichendem, afrokubanischem Rhythmus. Die lebensweise, melancholische Schönheit ihrer Melodien rückt den Tag, der bisher schief und unmotiviert an der Wand hing, wieder gerade. Die Bläser klingen so wie süßer Honig schmeckt, die Gitarren tanzen wie schöne Frauen im Abendlicht, die Kora perlt versonnen, die Sänger singen inbrünstig von Dingen, die wir nicht verstehen, die aber mit absoluter Sicherheit richtig, wichtig und wahr sind. Ob’s mir noch gut geht? Aber hallo Freunde! Endlich wieder!
Compagnia Di Leo "Amore e Libertà"
Die italienisch-deutsche Familienband zwischen Tradition und Moderne
Liebe und Freiheit - für Mario Di Leo waren das schon immer zentrale Themen seines künstlerischen Schaffens und im Moment sind sie selbstredend wichtiger denn je. Der in Ansbach lebende Sänger, Gitarrist und Poet stellt sich klar in die Tradition der politsch motivierten, gesellschaftskritischen Cantautori von Fabrizio di André über Paolo Conte bis Pippo Pollina. Einer musikalischen Familie entstammend hat sich Mario Di Leo in seiner umbrischen Heimat schon früh mit der traditionellen Musik Italiens auseinandergesetzt und zeitgleich begonnen eigene Lieder zu schreiben. Genau dieser Mix bestimmt auch seine neue CD “Amore e Libertà”, die er mit seinen Kindern Luca und Stella, sowie einigen fränkischen Musikern eingespielt hat. Und selbst wenn Di Leo in seinen Texten auf historische Begebenheiten Bezug nimmt, so spannt er doch immer einen Bogen zu den großen Fragen der Gegenwart. “Seicento Destini” etwa besingt den Untergang eines italienischen Auswandererschiffs vor der Künste Argentiniens in den Zwanziger Jahren - und verweist damit auf tausende von Flüchtlinge, die beim Versuch Italien zu erreichen im Mittelmeer ertrinken. Stücke wie das wunderschöne Volkslied “Nebbi’a la Valle”, welches hier in berührender Schlichtheit ertönt, betonen hingegen die Poesie Italiens, die immer auch von einer feinen Melancholie durchdrungen ist. Die Stimmen von Vater, Tochter und Sohn harmonieren dabei so prächtig, wie das wohl nur innerhalb einer intakten Familie möglich ist.
Amore e Libertà
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Pokey Lafarge "Manic Revelations"
Vorwärts in die nicht ganz so ferne Vergangenheit: Pokey erfindet sich erfolgreich neu
Manic Revelations
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Man glaubt es kaum: Auf seinem neuen Album wagt sich unser Mann für stilsicheren Dreißiger-Jahre-Western-Swing-Ragtime-Blues-Folk tatsächlich mal aus seinem angestammten Nostalgie-Reservat heraus. Ob “Manic Revelations” wirklich “eine entschiedene Reise ins Hier und Heute” ist, wie der Promo-Text behauptet, sei mal dahingestellt, ist der erste Eindruck doch der, dass sich Pokey mal eben etwa 20 Jahre in die Zukunft beamt und somit in den späten Fünfziger und frühen Sechziger Jahren landet. Rhythm & Blues, Beat, Soul, Doowop und Rock’n’Roll sind nun der Treibstoff für sein blitzblank gewienertes Retromobil. Allerdings: Gewiefter Songwriter und Arrangeur der er ist, kombiniert Pokey mit seiner Band die einzelnen Elemente seines neuen, bläsersatten, mit blitzenden Twang-Gitarren aufgepeppten Sounds doch so eigen und originell, dass das Ganze dann doch wieder ziemlich zeitgemäß klingt. Was aber viel wichtiger ist: Pokey Lafarge ist und bleibt ein famoser Entertainer und Geschichtenerzähler, der einen mit fingerschnippender Leichtigkeit bei der Hand nimmt und in seinen eigenen Kosmos entführt, wo Lässigkeit noch eine aufrechte Haltung ist und kein unmotiviertes Hängertum. Pokey Lafarge hat es geschafft, der Falle des Selbst-Plagiats zu entkommen, ohne sich selbst verleugnen zu müssen. Ein kleines Meisterwerk voller mitreißender, tanzbarer, lebenspraller Popperlen!
Kendrick Lamar "Damn."
Der Versuch, Kendrick Lamar in Worte zu fassen
Damn. Was soll man über dieses Album bloß schreiben? Ich möchte Kendrick Lamars neues Album unbedingt in Freitag ist Musiktag haben, weil ich denke, dass der Mann aus Compton, Los Angeles, einer der relevantesten Künstler unserer Tage ist. Aber obwohl „Damn.“ vermeintlich zugänglicher ist als sein letztjähriges Meisterwerk „To Pimp a Butterfly“ und obwohl er nicht mehr die ganze rassistische Staatsgewalt der USA mit einem Album lösen möchte, bleibt es schwierig die Klasse des Albums in Worte zu fassen. Ein Versuch in einfachen Sätzen: “Damn.” ist vielleicht das genügsamste Album von Kendrick Lamars drei Major-Label Alben. Es ist immer wieder schlicht street-credibility-HipHop von einem der besten Rapper unserer Zeit. Aber wie wir wissen passen Genügsamkeit und HipHop eher selten zusammen. Schon wieder ein Widerspruch. „Damn.“ ist kein dauerhaftes Trump-Bashing und dennoch ein äußerst politisches Album. Politik wo sie beginnt, auf der untersten Ebene, zwischen dir und mir. Und „Damn.“ ist ein religöses Album, Lamar ist ein religiöser Mensch. HipHop und Religion? Schon wieder ein Widerspruch? Vielleicht. Aber bei all den Widersprüchen ist das Ding aus einem Guss, in einem ungeheuren Flow und es lohnt auf alle Fälle sich viel damit auseinander zu setzen. Wie, Ihr mögt keinen HipHop? Traut euch und fangt damit an!
Damn.
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Bongartz. Musik in allen Formaten
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91054 Erlangen
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USt. ID: DE 261717343

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