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Freitag ist Musiktag
(Ausgabe 2017/16)
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Liebe Musikfreundinnen & -freunde,

bei uns dreht sich ja dieses Wochenende alles um den . Viel schwarzes Gold, das die Tage bei uns eingetroffen ist und heute noch eintrifft, einige Schätze auf z.T. bunten Scheiben, Nerd-Stoff, leckerer Vinyl-Wahnsinn. Wir öffnen auch am Samstag um 10:00 Uhr, wer die ganz raren Raritäten ergattern möchte, sollte pünktlich kommen :-)
Aber für alle normalsterblichen Musikhörer_innen haben wir natürlich auch was und deshalb gibt es auch diese Woche wieder ein paar schöne Musikempfehlungen auf physischen Tonträgern, die es selbstverständlich bei uns zu erwerben gibt.

Und auch in Sachen Plattenladenkonzerte haben wir eine sehr schöne Ankündigung: Am 13.Mai 2017 findet zum vierten Mal das im E-Werk statt und schon fast traditionell wird zuvor ein Dach über die ganze Erlanger Altstadt gespannt - zumindest spichwörtlich und einige Künstler_innen verteilen sich in der Stadt. Zu Gast bei Bongartz - Musik in allen Formaten ist . Folkrock 2.0 und Hannas Stimme als Fixpunkt: brüchig, herb, extrovertiert. Save the Date!

beste Grüße und ein musikalisches Wochenende
Peter Bongartz mit Todde Jarks, Peter "Point" Gruner & Julien Fertl
Stone Foundation "Street Rituals"
Mit Paul Wellers Unterstützung gelingt den Engländern eine kleine Soulperle
Die musikhistorische Entwicklungslinie ist klar: Für die englischen Mods der Sechziger Jahre war R&B und Soul ganz heißer Scheiß, The Who coverten in ihrer Frühzeit James Brown und Martha & The Vandellas. Der junge Paul Weller wiederum orientierte sich zehn Jahre später mit The Jam hörbar an The Who, hat sich in den Achtzigern mit Style Council selber in groovige Gefilde gewagt und hat nun, als in Ehren ergrauter Mod-Godfather, das vierte Album der englischen Soulband Stone Foundation produziert und hier und da auch an Gitarre, Piano und Gesang ausgeholfen. Die musikalischen Blaupausen des Septetts sind in den Siebziger Jahren zu finden: Der elegant federnde Groove, die satten Streicher- und Bläserarrangements erinnern an die Großtaten von Marvin Gaye und Curtis Mayfield, sowie an den Philly-Soul der O’Jays. So regiert hier auch nicht dramatischer Herzschmerz, sondern soziopolitisches Bewusstsein und positive Vibes, die Sänger/Gitarrist Neil Jones mit packender, leidenschaftlicher Stimme der harten Wirklichkeit abtrotzt. Griffige, runde Songs, eine warme, erdige Produktion, sowie Gastauftritte von Bettye Lavette und William Bell machen “Street Rituals” zu einem wahren Schmankerl für alle Soulbrothers und -sisters.
Street Rituals
CD, LP 
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Aimee Mann "Mental Illness"
Die Amerikanerin mit wunderschön entschlakten, innigen Songs
Mental Illness
CD, LP 
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“Geisteskrankheit” - schöner Titel, bei jemanden wie Aimee Mann allerdings doch etwas überrschend. „Der Titel kam von einem Freund, der mich fragte worum es bei diesem neuen Album geht“, erzählt die US-Amerikanierin. „Und ich antwortete: „Ach, weißt Du, die üblichen Songs über Geisteskrankheiten.“ Woraufhin er meinte: „Dann nenn es doch auch so.“ Krank klingt “Mental Illness” nun aber überhaupt nicht. Vielmehr hat Aimee Mann ein klassisches Songwriter-Album aufgenommen: Nach ihren letzten, eher rockigen Werken klingt “Mental Illness” zurückhaltend, reduziert, sensibel. Akustische Gitarre, Klavier, mehrstimmige Vokal-Arrangements, ab und zu ein bisschen Schlagzeug und Bass, sowie - das ist neu bei Aimee Mann - gelegentlich ein paar Streicher genügen, um den melancholisch-kontemplativen Charakter dieser melodisch reichen Songs zu unterstreichen. „Ich habe das Gefühl, dass man mich als die sieht, die diese wirklich depressiven Songs schreibt“, sagt die Künstlerin. „Vielleicht stimmt das ja auch nicht, aber so deute ich die Klischees über mich selbst. Sollte also bisher jemand gemeint haben, meine Songs wären langsam, deprimierend, traurig und akustisch bis zum geht nicht mehr, habe ich mir jetzt erlaubt die traurigsten, langsamsten akustischsten, Egal-ob-es-alles-Walzer-sind-Songs geschrieben, die ich konnte.“ Dass einen die Lieder nicht runterziehen, sondern vielmehr eine erhebende Wirkung haben, ist das kleine Wunder dieser schönen Platte.
Holly Macve "Golden Eagle"
Berührender Country-Folk aus Großbritannien
Zum Glück erscheint dieser Newsletter nicht als Hörbuch: Ich hätte keine Ahnung, wie Holly Macves Familienname korrekt auszusprechen ist. Umso leichter, die zehn schönen Songs ihres Debütalbums “Golden Eagle” zu beschreiben: Die gebürtige Irin, gerade mal Anfang Zwanzig, richtet sich mit stilsicherem Geschmack im weiten Grenzgebiet zwischen American Folk und Country häuslich ein. Ihr leicht schläfrig klingender, in den hohen Lagen gerne in die Kopfstimme kippender Gesang erinnert eine wenig an Alela Diane, mit der sie auch ein Faible für mystisch-melancholische Stimmungen teilt. So ist der Grundtenor ihres Albums eher ein ruhiger, sehnsüchtiger - wenn man möchte, kann man hier einen Bezug zu den tragisch-schönen Balladen ihrer irischen Heimat erkennen (Holly Macve lebt heute in England), unterm Strich ist die Nähe zu Emmylou Harris, Bob Dylan oder Joan Baez aber viel offensichtlicher. Die sparsame, semi-akustische Instrumentierung lässt ihrer traumwandlerische schönen Stimme den ihr gebührenden Raum - man lauscht still und ergriffen. Auch als Songschreiberin erweist sich Holly Macve als ernstzunehmendes Nachwuchs-Talent: Zwar bewegt sie sich innerhalb bewährter Muster, vermeidet dabei aber allzu abgegriffene Klischees, während ihre Texte in starken, poetischen Bildern die Mysterien der Liebe feiern. Bezaubernd!
Golden Eagle
CD, LP 
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Jonas Kaufmann / Gustav Mahler "Das Lied Von Der Erde"
Mahlers Trauerarbeit in einer wunderbaren Neueinspielung
Das Lied Von Der Erde
CD 
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Plötzliche Abbrüche reißen auf wie Gletscherspalten, in die das vermeintlich Erreichte versinkt, woraufhin völlig unvermittelt ein neuer Abschnitt verkrampften Übermuts oder dunkler Wellenbewegungen anhebt. Gustav Mahlers eindrucksvolles „Lied von der Erde“ auf chinesische Gedichtvorlagen von Hans Bethge ist eine riesenhaft besetzte Vokalsinfonie, die vom Trinklied bis zum bitteren Abschied von Freund und Leben das Leid dieser Welt zu umreißen versucht. Für Sänger ist das Werk eine immense Herausforderung, denn es gilt, die Dynamik bis in die Extreme auszureizen und die vielschichtige Textbotschaft bis ins Kleinste auszudeuten. Wunderbar singt Jonas Kaufmann den „Trunkenen im Frühling“, wobei der Rausch hier Ekstase im Traum bedeutet. Unerreichter Höhepunkt ist die flehende, dann wieder zarte Diktion in „Der Abschied“, wo sich die Pausen und orchestralen Zwischenspiele ins scheinbar Unendliche dehnen. Jonathan Nott arbeitet mit den einzigartigen Wiener Philharmonikern die Vielschichtigkeit dieser Mahler- Partitur heraus und läuft nirgendwo Gefahr, Jonas Kaufmann zu überdecken. Im Wiener Musikverein hatte sich Kaufmann zum ersten Mal der gefürchteten Partie in Mahlers „Lied von der Erde“ gestellt. Im Gespräch mit Joachim Reiber äußerte er damals, dass man bei den extrovertierten Stellen dieser Lieder vor allem Acht geben müsse, sich in der hohen Lage nicht festzusingen. Seiner Einschätzung nach sei das „Lied von der Erde“ mit den Sätzen „Das Trinklied vom Jammer der Erde“, „Der Einsame im Herbst“, „Von der Jugend“, „Von der Schönheit“, „Der Trunkene im Frühling“ und „Der Abschied“ in erster Linie eine Art Trauerarbeit des Komponisten. Während der Arbeit an diesem Zyklus verstarb Mahlers Tochter Maria Anna im Alter von nur vier Jahren an Diphterie. Dazu kam sein unfreiwilliger Rücktritt als Direktor der Wiener Oper und schließlich die Diagnose einer schweren Herzkrankheit.
Bongartz. Musik in allen Formaten
Hauptstr. 56
91054 Erlangen
Tel: 09131 9080520



USt. ID: DE 261717343

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