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Freitag ist Musiktag
(Ausgabe 2024/21)
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Liebe Musikfreund*innen,

herzlich willkommen zum zweiten Berg-Wochenende und damit einem weitern 'Freitag ist Musiktag', der euch ein paar neue Empfehlungen kredenzt und gleichzeitig etwas, das ihr vielleicht überlesen habt, aber nicht überlesen solltet ;-)
Nach dem Berg ist vor dem Comic Salon und damit vor dem Event in Erlangen, das wohl weniger Alkohol hat, aber keinesfalls weniger buntes Treiben. Am kommenden Donnerstag geht's los, verpasst es bitte nicht.
Und noch etwas solltet ihr nicht verpassen: Am 14.Juni 2024 präsentiert die Erlanger Musikerin ihr Debütalbum live bei uns im Laden. Los geht's um 17:00 Uhr, safe this date.

beste Grüße, ein musikalisches zweites Berg-Wochenende und passt weiterhin aufeinander auf
Peter Bongartz mit Peter "Point" Gruner & Christoph Mautz
The Avett Brothers "The Avett Brothers "
Die Brüder setzen weiter auf Liebe, Glaube und schnörkellose Songs
Genau genommen heißt das 12. Studioalbum der Avett Brothers eben nicht einfach „The Avett Brothers“, sondern „XXXIII LXVIII CV“. Also 33 68 105. Was wollen uns diese Zahlen sagen? Dabei sind die Brüder aus North Carolina doch sonst so geradlinig. Bleiben sie auch. Die neuen Songs der Avetts konzentrieren sich ganz auf den optimistischen Americana-Sound, für den sie berühmt sind, die gelegentlichen stilistischen Ausflüge zu Stadion-Rock oder dezenter Electronica der letzten Alben sind passé. Dafür bekommen wir wieder jede Menge akustische und elektrische Gitarren, Piano, Banjo, Fiddle, engelsgleiche Harmonie-Gesänge, hier ein bisschen Rock'n'Roll („Love of a girl“), da ein wenig Honky-Tonk („Country Kid“), schnörkellose Country-Rock-Grooves, hymnische Melodien und Texte, welche mit unbeirrbarem Optimismus das einfache Leben feiern. Wobei selbst eine tränenfeuchte Trennungsballade wie „2020 Regret“ ohne Bitterkeit auskommt und vielmehr auf Verständnis und Dankbarkeit setzt. Ein Album, das klingt wie das gute Amerika. Wer weiß, vielleicht ist die 33 68 105 ja Gottes Telefonnummer.
 
CD: 19,99€
The Avett Brothers
 
 
Grace Cummings "Ramona"
Eine Charakterschauspielerin mit der Stimme einer zornigen Göttin
Ramona
 
 
Mit ihrem dritten Album ist die australische Sängerin und Songschreiberin Grace Cummings offensichtlich künstlerisch dort angekommen, wo sie hinwollte: Kein Geringerer als Jonathan Wilson hat ihr genau den breitwandigen, cineastischen Sound produziert, der ihr für ihre Songs vorschwebte. Streicher und Bläser ergänzen die normale Bandbesetzung, es gibt Gastauftritte von Harfe und Vibraphon, alles gebettet in weite Hallräume: Weniger wäre für diese Stimme auch zu bescheiden. „A voice powerful enough to pound granite into dust“ schrieb The Guardian über Cummings' machtvolles, expressives Organ und man muss dem ohne Abstriche beipflichten – Stimmen von solch emotionaler Ausdruckskraft hört man nur alle Jubeljahre. Allein der raue Furor, mit dem sie die gospelige Ballade „Word Today (And Tomorrow)“ zelebriert, macht einen schwindelig. Im Prinzip ist Grace Cummings, die eigentlich Bühnenschauspielerin ist, eine große Bluessängerin, die ganz lässig verschiedenste Stile wie Folk, Country, Laurel-Canyon-Pop, Southern Soul oder Phil-Spector-Pomp ihrer eigenen, feurigen Instensität unterordnet. Textlich begibt sie sich, ganz ihrem Stammberuf entsprechend, gerne in Rollenspiele, mimt in „I'm Getting Married To The War“ einen Soldaten, in „Common Man“ einen Cowboy oder in „Something's Going Round“ einen Menschen, dem sämtliche Gefühle abhanden gekommen sind. Und wie eine gute Schauspielerin füllt sie all diese Charaktere mit ihrer Stimme aus. Schwer beeindruckend.
 
CD: 19,99€
LP: 32,99€
Kaisers Salon Orchester "Kaisers Salon Orchester"
Ein junges Orchester holt alte Jazz-Schlager aus der Mottenkiste
Max Raabe hat sie wieder aus der Versenkung geholt, die Unterhaltungsmusik der 1930er Jahre, hat den etwas steifen Charme einer Kunstform entstaubt, die nicht ganz zu Unrecht von der aufbegehrenden Nachkriegsjugend mit der unseligsten Zeit der deutschen Geschichte assoziiert wurde. Für junge Menschen wie die Musikerinnen und Musiker von Kaiser Salon Orchester dürfte es hingegen wesentlich einfacher sein, diese ersten deutschen Versuche in Sachen Jazz als das zu sehen, was sie waren: Elegante, nicht selten kunstvolle Tanzmusik, deren pomadige Noblesse in einem ironischen Gegensatz steht zur Naivität der Texte. Die muss man sich bei Kaisers Salonorchester allerdings denken: die 12-köpfige Besetzung präsentiert auf ihrer titellosen Debüt-CD (welche mit dreijähriger Verspätung bei uns im Laden auftaucht, doch das macht die Musik nicht schlechter) sieben Instrumentalversionen von uralten Schlagern, die einst von Stars wie Rudi Schüricke, Heinz Rühmann oder Zarah Leander interpretiert worden sind. Befreit vom quäkigen Volksempfänger-Sound der damaligen Zeit und mit geschmackssicherem Können vorgetragen, erheben sich Gassenhauer wie „Mich hat der Frühling wachgeküsst“, „Wer dich sieht, kleine Frau, hat dich gern“ oder „Ich brech die Herzen der stolzesten Frau'n“ mit Anmut aus dem Staub der Geschichte – und klingen doch immer irgendwie verdammt putzig. Wer Kaisers Salon Orchester live erleben möchte, hat dazu am 30.6.24 beim Jazz Open Air im Erlanger E-Werk Gelegenheit.
 
CD: 12,99€
Kaisers Salon Orchester
 
 
Adrianne Lenker "Bright Future "
Ein weiteres erhabenes Alternative-Folk-Meisterwerk in Lo-Fi
Bright Future
 
 
Wer im Alter von 14 Jahren schon das erste Solo-Album veröffentlicht, muss wohl zum Songschreiben geboren sein. Mit etwa 20 hat Adrianne Lenker mit Buck Meek die Band Big Thief gegründet, mit denen sie bisher fünf wunderbare Alben veröffentlicht hat. „Bright Future“ ist nun ihr fünftes Solo-Album, sofern man das Doppelalbum „Songs/Instrumentals“ von 2020 als ein Werk zählt. Freilich werden solche Zahlenspiele schnell öde und sollen auch nur verdeutlichen, welches kreative Feuer in der heute 32-jährigen Amerikanerin lodert. Auch auf ihrem neuesten Streich gelingen ihr wieder wunderbare Songs, die allesamt so klingen, als seien sie ihr völlig mühelos, womöglich im Schlaf, zugeflogen. „Bright Future“ ist ein fast schlagzeugloses Alternative-Folk-Album, dem Sound und Feeling nach zu urteilen live aufgenommen in einem einzigen Raum, man stellt sich die Musiker*innen (nimm das, Markus Söder!!) im Kreis auf alten Holzstühlen sitzend vor. „Real House“ eröffnet den Reigen mit einer leisen Hommage an die Mutter, nur von einem dezent getupften Piano begleitet, das folgende „Sadness is a gift“ ist eines dieser Lenker-Meisterstücke, in dem zu einer wunderschönen Melodie scheinbar willkürliche Alltagsbeobachtungen zu einer bezaubernden Meditation über das Sein an sich werden: „You and I could see into the same eternity/ Every second brimming with a majesty“. Oder „Donut Seam“, eine zum Heulen schöne Ode an die letzten Dinge: „The whole world is dying/ Don't it seem like a good time for swimming/ before all the water disappears?“ Adrianne Lenker ist eine dieser seltenen Künstlerinnen, welche die Welt mit feinsten Sensoren wahrnehmen und völlig ungefiltert in große, berührende Musik übersetzen können. Musik machen ist wie Atmen für sie.
 
CD: 19,99€
LP: Preis auf Anfrage
Nancy Vieira "Gente"
Die kapverdische Sängerin verzaubert mit leichtfüßiger Melancholie
Endlich mal wieder Musik von den Kapverdischen Inseln. Nachdem 2011 die große Cesaria Evora von uns gegangen war, haben uns Sängerinnen wie Mayra Andrade, Lucibela oder Sara Tavares verlässlich mit dem leichtfüßigen Sound des kleinen Archipels im Atlantischen Ozean versorgt. Ein Sound, der auch im Fall von Nancy Vieira umstandslos ins Blut fährt. Wie die meisten ihrer Kolleginnen lebt auch Vieira, Jahrgang 1975, nicht mehr auf den Inseln, sondern in Lissabon, wo sie auch ihre internationale Band rekrutiert hat. Die Besetzung entspricht mit Akustischen Gitarren, Akkordeon, Klarinette und Perkussion dem traditionellen Klangbild der kapverdischen Musik, genauso der schwerelos tänzelnde Rhythmus, die bittersüßen Harmonien und diese typische Mischung aus Melancholie und Lebensfreude – die perfekte Schnittmenge aus portugiesischer, afrikanischer und brasilianischer Musik eben. Und auch wenn vermutlich nur die wenigsten von uns die kreolischen Texte verstehen, so ist es doch schwer, sich der Poesie von Vieiras warmer, scheinbar mühelos dahin fließender Kakaobutter-Stimme zu entziehen. Die Arrangements sind vielfältig, die von verschiedenen Autorinnen und Autoren verfassten Lieder (Nancy komponiert selbst nicht) decken eine große Palette von Tempi und Stimmungen ab. Die Kraft dieser ewigen Sommermusik ist sensibel, leise, ganz und gar unprätentiös und macht maximal süchtig.
 
CD: 19,99€
Gente
 
 
Bongartz. Musik in allen Formaten
Hauptstr. 56
91054 Erlangen
Tel:



USt. ID: DE 261717343

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Mathias Thurau ist ausgewiesener Spezialist in Sachen Plattenspieler und allem, was dazu gehört. Jeden Mittwoch und Freitag von 14:00 bis 18:00 Uhr ist er hier und steht mit Rat und Tat zur Seite. Die Plattenspieler sind natürlich immer vor Ort.

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