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Freitag ist Musiktag
(Ausgabe 2019/33)
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Liebe Musikfreundinnen & -freunde,

an diesem Wochenende unserer dritten Ausgabe der Sommermails jährt sich zum 50. mal der Jahrestag von Woodstock, dem Musikfestival nach dem einiges nicht mehr war wie davor, natürlich auch wegen des Films und der mit ihm einhergehenden medialen Aufmerksamkeit. Es gibt Menschen, die denken Woodstock war für das Jahr 1969 viel wichtiger als die Mondlandung, andere sind der Meinung, es sei von vorn bis hinten überbewertet. Am besten entscheidet ihr selbst, wir haben jedenfalls jede Menge Musik und Literatur zum Thema bei uns im Laden, es lohnt sich also mal wieder, vorbei zu schauen,

beste Grüße und ein musikalisches Wochenende
Peter Bongartz mit Todde Jarks, Peter "Point" Gruner & Julien Fertl
Mayra Andrade "Manga"
Die betörende Sängerin macht den Kapverden-Sound clubtauglich
Man kann es nicht anders sagen: Mayra Andrade hat eine der schönsten Stimmen der Gegenwart. Es mag Sängerinnen mit noch mehr Klangfülle und größerem Tonumfang geben, aber wer auf der Welt singt so lässig, so sinnlich mit einem Organ das genauso süß und herb klingt wie Honigmilch mit Zimt schmeckt? Nun hat die Kapverdin mit Wohnsitz in Paris nach fünf Jahren endlich ein neues Album veröffentlicht und man merkt gleich beim ersten Track: Sie will den Anschluss an die Moderne nicht verlieren. Beim ersten Track “Afeto” liegt ein dezenter House-Beat unter der kreolischen Leichtigkeit, kurz darauf kommt sogar mal kurz die unsägliche Modeerscheinung Autotune zum Einsatz - doch zum Glück bleibt es bei diesem einem Ausrutscher. Ansonsten steht das dezent modernistische Gewand Mayras Songs ausgesprochen gut: Gluckernde Synthesizer treffen auf akustische Gitarre, programmierte Beats auf sparsam geschmackvolle Basslinien, dann und wann kommen auch westafrikanische Einflüsse mit ins Spiel. Die Arrangements bleiben dabei so sparsam und luftig, wie man das von Andrade gewohnt ist und, ganz wichtig, ihre Melodien sind nach wie vor zum Niederknien: Das, was den ganz eigenen Charme kapverdischer Musik ausmacht, diese bittersüße, sehnsüchtige Melancholie, ist offensichtlich ein Teil von Mayra Andrades DNA. Insofern gelingt ihr auf “Manga” eine erstaunlicher Schritt nach vorne, ohne dabei ihre künstlerische Identität zu verkaufen.
 
CD: 19,99€
Manga
 
 
Ryan Bingham "American Love Song"
Ur-amerikanische Musik von einem viel zu wenig bekannten Songwriter-Talent
American Love Song
 
 
Kleine Hilfestellung für Cineasten: Ryan Bingham hat den Soundtrack zum großartigen Musik-Drama “Crazy Heart” geschrieben, in dem Jeff Bridges einen abgehalfterten Countrysänger verkörpert. Der Country & Western-Einfluss ist auf “American Love Song”, Binghams sechstem Album, allerdings längst nicht so präsent, wie sein cooler Hut auf dem Cover vielleicht vermuten lässt. Vielmehr schöpfen die 15 Songs aus dem reichen Fundus der US-amerikanischen Songtradition: Während der ersten drei genauso lässig wie rustikal rockenden Songs wähnt man sich glatt in einem Bob-Seger-Album, doch schon die großartige White-Soul-Ballade “Lover Girl” oder das zum Heulen schöne “Situation Station” offenbart die Vielseitigkeit von Binghams enormen Songwriter-Talent. Songs von solcher Güte und Soulfulness würde man auch Bruce Springsteen oder Mink DeVille ohne weiteres abkaufen. Akustischer Blues, Folk, Country oder überschäumender Heartland-Rock: Ryan Bingham singt mit rauer Stimme von den Schattenseiten des Lebens und empfiehlt sich mit seiner formidablen Band, der unter anderem auch Dylans Gitarrist Charlie Sexton angehört, als einer der ganz großen Singer-Songwriter der Gegenwart.
 
CD: 19,99€
LP: 34,99€
Renaud Garcia-Fons & Claire Antonini "Farangi - Du Baroque à L'Orient"
Ein sinnlicher Hörgenuss zwischen Orient und Okzident
Imaginäre Weltmusik - den Begriff haben wir schon lange nicht mehr benutzt, hier passt er hervorragend. Der französische Kontrabassist Renaud Garcia - Fons ist schon lange bekannt als abenteuerlustiger Grenzgänger, auf den das Label “Jazz” nur insofern passt, als dass sich seine freie, unvoreingenommene Heransgehensweise an Musik genauso wenig auf einen Stil festlegen lässt, wie es “reinen” Jazz nie gab und nie geben wird. Für “Farangi - Du Baroque á L’orient” hat er sich mit der Lautenspielerin Claire Antonini zusammengetan, die sich bereits seit den späten Siebziger Jahren intensiv mit persischer Musik auseinandersetzt. Zusammen haben sie 19 stimmungsvolle Miniaturen komponiert, die Einflüsse von Renaissance- und Barockmusik, orientalischen Klängen und Jazz zusammenbringen. Dabei sind die Klänge von Garcia - Fons fünfsaitigem Kontrabass und Antoninis Theorbe (einer speziellen Laute mit verlängertem Hals und zwei Wirbelkästen) manchmal schwer auseinanderzuhalten, so vielschichtige Töne verstehen die beiden ihren Instrumenten zu entlocken. Wunderschön sinnliche, ungewöhnliche Musik für Querhörer/innen!
 
CD: 19,99€
Farangi - Du Baroque à L'Orient
 
 
Ludwig Seuss Band "Live Im Lustspielhaus"
Mitreißendes Live-Dokument von Deutschlands bester Zydeco- und Boogie-Band
Live Im Lustspielhaus
 
 
“Boogie Woogie all night long!” Es gibt vermutlich in ganz Deutschland nur einen einzigen Musiker, der diese klischee-behafteten Zeilen singen kann ohne sich lächerlich zu machen: Ludwig Seuss. Der Münchener Tastenvirtuose ist die Kompetenz schlechthin, wenn es um Boogie, Rhythm & Blues, Rock’n’Roll und Zydeco geht, ein Mann der vermutlich nur aufgrund einer himmlischen Schludrigkeit in Bayern geboren wurde und nicht in Louisiana. Seit 1987 ist der Pianist, Akkordeonist und Sänger festes Mitglied der Spider Murphy Gang, seit den frühen Neunziger Jahren ist er auch mit seiner eigenen Ludwig Seuss Band fleißig unterwegs. Wie gut diese Kapelle ist, lässt sich auf “Live im Lustspielhaus” auf’s Vergnüglichste nachhören: Mit einer ausgewogenen Mischung aus Eigenkompositionen und Covers (Snooks Eaglin, Earl King, Chuck Berry, Clifton Chenier und andere) huldigen die acht Musiker dem dampfenden Sound der Louisiana-Swamps mit erstaunlichem Gefühl für den authentischen Groove des Zydeco und New-Orleans-Rhythm & Blues, einer Musik, deren ansteckende, lässige Lebensfreude und raue Energie hierzulande noch immer recht wenig bekannt ist. Hier quillt sie ungefiltert, mit direkter Herzlichkeit aus den Boxen: Eine Tour De Force, die das Münchener Publikum schweißnass und glücklich zurücklässt und auch auf Konserve jede Winterdepression davonbläst. PS: Wer Ludwig Seuss und seine Band nicht nur auf CD live erleben will, hat die Chance dazu übrigens am 22.2.2019 in der
 
CD: 19,99€
Matthew Herbert Big Band "The State Between Us"
Der britische Grenzgänger mit einem monumentalen Orchesterwerk zum Brexit
“The State Between Us”, das neue Doppelalbum des britischen Elektronik-Musikers und Experimental-Künstlers Matthew Herbert, hat den Brexit zum Thema - veröffentlicht wurde es am geplanten Tag des offiziellen EU-Austritts der Briten, der jetzt noch einmal verschoben wurde. Es ist das dritte Album seiner Matthew Herbert Bigband und ganz bestimmt ein Mammut-Werk: Eingespielt mit angeblich über 1000 Musiker/innen über einen Zeitraum von gut zwei Jahren ist “The State Between Us” nicht nur eine Analyse britischer Befindlichkeiten, sondern vor allem ein genauso ambitioniertes wie packendes und visionäres Stück Musik. Während CD 1 eher düster, elegisch und introspektiv daherkommt, findet man auf CD Nummer 2 einfach alles: Treibende, handgespielte Four-on-the-floor Grooves mit messerscharfen Bläsersätzen, Charlie-Mingus-artige Big-Band-Ekstase, erhabene Chorgesänge über repetiven elektronischen Beats, symphonische Bläser-Passagen über elegantem Lounge-Jazz, elegische Klangräume, dazwischen immer wieder Geräusch-Kollagen, etwa der Lärm einer sich im Abriss befindlichen Fabrik, das Rauschen alter Bäume, gefolgt vom aggressiven Heulen einer Motorsäge, oder die Laute vom Aussterben bedrohter Tiere. Eine akustische Wanderung über die Insel, an deren Ende die Frage “Where is home?” unbeantwortet bleibt. Faszinierende, fordernde, berührende Musik von einem sensiblen Freigeist, der sein Unbehagen in einer Musik artikuliert, welche sich im Gegensatz zur aktuellen britischen Politik nicht abgrenzt, sondern die Grenzen zwischen Electronica, Jazz und Klassik endgültig atomisiert.
 
CD: 19,99€
LP: 36,99€
The State Between Us
 
 
Bongartz. Musik in allen Formaten
Hauptstr. 56
91054 Erlangen
Tel: 09131 9080520



USt. ID: DE 261717343

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