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Freitag ist Musiktag
(Ausgabe 2020/14)
ältere Ausgabe anzeigen:
Liebe Musikfreundinnen & -freunde,

herzlich willkommen im dritten "Freitag ist Musiktag" seit dem wir nicht mehr offen haben können. Wobei das ja nur heißt, dass wir unsere Tür nicht aufsperren. Ihr merkt ja, dass wir am Arbeiten sind. Auch diese Woche haben wir schöne Empfehlungen mit Texten aus dem Homeoffice (gemischt mit zwei älteren Empfehlungen, die uns am Herzen liegen), wir verschicken all eure Bestellungen (danke, danke, danke - ihr beeindruckt uns immer noch), wir kümmern uns um all diese offiziellen Dinge in diesen merkwürdigen Virus-Zeiten, machen Buchhaltung usw., dh wir geben alles, um auch "danach" noch da zu sein und ihr seid ein fantastischer Teil davon. Auch diese Woche: Vielen herzlichen Dank dafür. Alles, was wir empfehlen haben wir in den uns üblichen Mengen wirklich vorrätig und was nicht da ist besorgen wir auch in Corona-Zeiten nach besten Möglichkeiten.

Und dann etwas, das uns eigentlich schon länger am Herzen liegt, das aber jetzt eine gewisse Notwendigkeit bekommen hat: Seit dem 14.11.2008 schreiben wir diesen Newsletter und ja, wir bekommen dafür sehr viel Lob (vielen Dank, das freut uns wirklich sehr) und unter anderem dieser Newsletter hält uns am Leben und sorgt dafür, dass wir tun können, was wir tun. Das alles funktioniert, weil viele von euch verstanden haben, dass das alles einen Wert für sie hat und sie deshalb ihre CDs, DVDs und Platten bei uns kaufen. Die, die wir empfehlen und auch andere. Ihr alle, die damit gemeint sind, wisst selbst, dass ihr gemeint seid. An dieser Stelle, vielen herzlichen Dank für euer Tun.
Spannend sind aber auch die sehr vielen positiven Feedbacks von Menschen, die wahrscheinlich weder CD-Player noch Plattenspieler besitzen, sich aber immer wieder darüber freuen, tolles entdeckt zu haben oder auf einem kostenlosen (Plattenladen)Konzert eines ihnen unbekannten Musikers gewesen zu sein. Musikliebhaber wie wir haben durchaus einen missionarischen Hang, aber - ohne euch zu verraten, wie viele Menschen, diesen Newsletter bekommen - bekämen wir 4 Cent für jede Empfehlung, die zu Hause genossen, aber nicht bei uns gekauft wird, könnten wir davon unsere Jahres-Miete bezahlen ;-)
Es freut uns natürlich trotzdem, wenn unser Einfluss die YouTube- und Spotify-Playlisten mitbestimmt. Gleichzeitig würden uns über einen freiwilligen Beitrag für diese redaktionelle Arbeit auf unser PayPal-Konto unter sehr freuen. 260 Besprechungen im Jahr á 4 Cent sind übrigens ungefähr 10,- Euro, denkt doch mal darüber nach.

beste Grüße und ein musikalisches Wochenende
Peter Bongartz mit Todde Jarks & Peter "Point" Gruner
Secret Sisters "Saturn Return"
Die weiblichen Everly Brothers perfektionieren weiter ihre Kunst
Es ist ganz interessant zu lesen, was wir vor sechs Jahren über “Put your needle down”, das zweite Album der Secret Sisters, geschrieben haben: “Wer mit zwei Qualitätssiegeln ins Rennen geht, sollte sich eigentlich keine Sorgen bezüglich der Karriere machen müssen” lautete die optimistische Prophezeiung, anspielend darauf, dass Produzenten-Papst T-Bone Burnett an den Reglern saß und Songwriter-Gott Bob Dylan einen Song beigesteuert hatte. Nun, ganz so easy lief’s dann doch nicht: Nach enttäuschenden Verkaufszahlen und eher gemischten Kritiken kündigte Universal Music den Schwestern den Vertrag, die sich daraufhin nicht mal mehr eine Band zum Touren leisten konnten, unter einer kollektiven Schreibblockade litten und kurzzeitig daran dachten, die Musik ganz an den Nagel zu hängen. Zum Glück holte sie Songwriter-Kollegin Brandie Carlile in ihr Vorprogramm und war so begeistert, dass sie gleich das nächste Album in ihrem Heimstudio produzierte. Dort entstand nun auch der vierte Streich der Secret Sisters. “Saturn Return” bietet zwar keine Überraschungen, bleiben Laura und Lydia Rodgers ihrem typischen Sound doch treu: Glasklarer, strahlender Harmoniegesang, klassische Songwriting-Kunst zwischen Folkrock und Countrysoul, ohne großen Schnickschnack auf den Punkt produziert. Nachdem die Karrierekurve wieder klar nach oben steigt und die beiden Frauen auch noch innerhalb eines Jahres Mütter geworden sind, klingen die neuen Songs in sich ruhend oder, wie Lydia es ausdrückt: Wie ein Schnappschuss eines glücklichen Moments. Die ihnen eigene dunkle, sehnsüchtige Melancholie ist ihnen dabei zum Glück nicht gänzlich abhanden gekommen, sondern verleiht diesen wunderbaren Songs die nötige Tiefenschärfe. Ein großer Wurf, mal wieder.
 
CD: 19,99€
LP: 22,99€
LP limitiert: 24,99€
Saturn Return
 
 
Early James "Singing For My Supper"
Der frühe James fängt den Wurm: Das packende Debüt eines vielseitigen Songschreibers
Singing For My Supper
 
 
Für das Mittagessen spielen zu müssen, ist für viele Musiker*innen, gerade in den USA, wo man in kleineren Clubs oft nur für Trinkgelder spielt, eine leider recht normale Erfahrung, die aktuelle Entwicklung wird das kaum verbessern. Hoffen wir, dass wenigstens Fredrick James Mullis, Jr., alias Early James, diese harte Erfahrung mit der Veröffentlichung seines hervorragenden Debüts "Singing for my supper" hinter sich lassen kann. Die neueste Entdeckung des nimmermüden Produzenten und Black-Keys-Musikers Dan Auerbach ist ein junger, pausbäckiger Songwriter aus Alabama, der in seinen Songs bereits eine beeindruckende Selbst- und Stilsicherheit an den Tag legt. Mit einer rauen, nicht wenig an Jim Morrison erinnernden Stimme erzählt er schonungslos ehrliche Geschichten vom Bodensatz des Lebens, von Süchten, Selbstbetrug und aussichtslosen Kämpfen, ohne je seinen Mut und Humor zu verlieren - auch wenn dieser meist recht schwarz ist. Die musikalische Bandbreite seiner Songs ist enorm: Blues, Rock, Pop, Folk, Country bis hin zu karibischen Einflüssen, man hört Tom Waits' gespenstische Theatralik genauso wie Elvis Costellos harmonische Raffinesse, alles überzogen mit einer düsteren Southern-Gothic-Romantik, die Auerbach mit seiner atmosphärischen Produktion noch unterstreicht. Songs wie der finstere, drängende "Blue Pill Blues" oder das lieblich-desillusionierte, zum Weinen schöne "High Horse" offenbaren ein beachtliches Songwriter-Talent mit einer starken, individuellen Stimme.
 
CD: 19,99€
LP: 27,99€
Tamikrest "Tamotait"
Packender Sahara-Bluesrock für eine bessere Zukunft
Neben ihren Vorbildern Tinariwen sind Tamikrest die wohl bekanntesten Vertreter einer Musik, die sich unter Bezeichnungen wie "Desert Blues" oder "Tuareg Rock" auch in unseren Breitengraden zunehmender Beliebtheit erfreut. Gegründet 2006 im Nordosten Malis entschieden sich die jungen Tuareg, deren Kindheit und Jugend vom Bürgerkrieg geprägt war, auf die Anliegen ihres Volkes nicht mit Waffengewalt, sondern mit musikalischen Mitteln aufmerksam zu machen. Und so schreibt Haupt-Songwriter und Frontman Ousame Ag Mossa auch auf dem sechsten Studio-Album der Band hauptsächlich über den Traum von einer besseren, friedlicheren Zukunft. "We are those who have suffered oppression for years/ we are the people who hope for a better day" - das singt er selbstverständlich nicht auf Englisch, sondern in seiner Muttersprache Tamaschek. Musikalisch bleibt "Tamotait" dem klassischen Tamikrest-Sound treu: Die melancholischen, sehnsuchtsvollen, oft von mehrstimmigen Frauenchören unterstützten Gesangsmelodien schweben über drängender nordafrikanischer Perkussion, Schlagzeug, E-Bass und verzerrten elektrischen Gitarren, die stilistisch dem großen Ali Farka Touré genauso nahe sind wie Keith Richards oder Jimi Hendrix. Raue, wilde, packende Musik, die zum teil noch härter rockt als auf den Vorgänger-Alben, dabei aber immer eine fast meditative Ruhe ausstrahlt.
 
CD: 19,99€
LP: 22,99€
Tamotait
 
 
Film "Porträt einer jungen Frau in Flammen"
Ein feministischer Liebesfilm in der Bretagne des 18. Jahrhunderts
Porträt einer jungen Frau in Flammen
 
 
Ein ungewöhnlicher Auftrag führt die Pariser Malerin Marianne (Noémie Merlant) im Jahr 1770 auf eine einsame Insel an der Küste der Bretagne: Sie soll heimlich ein Gemälde von Héloïse (Adèle Haenel) anfertigen, die gerade eine Klosterschule für junge adelige Frauen verlassen hat und bald verheiratet werden soll. Denn Héloïse weigert sich, Modell zu sitzen, um gegen die von ihrer Mutter (Valeria Golino) arrangierte Ehe zu protestieren. So beobachtet Marianne Héloïse während ihrer Spaziergänge an die Küste und malt abends aus dem Gedächtnis heraus ihr Porträt. Langsam wächst zwischen den eindringlichen Blicken eine unwiderstehliche Anziehungskraft… In wunderschönen Bildern, die selbst Gemälde sein könnten, erzählt die renommierte Regisseurin Céline Sciamma eine unglaublich feine Liebesgeschichte und formt zugleich ein kraftvolles, modernes Statement über die Situation der Frau über die Jahrhunderte hinweg - mit zwei brillanten Hauptdarstellerinnen Noémie Merlant und Adèle Haenel. Der Publikums- und Kritikerliebling in Cannes, ausgezeichnet für das beste Drehbuch! „Der schönste Film, der dieses Jahr ins Kino kommt“ (IndieKino) „Ein sofortiger Filmklassiker. So bedingungslos eingenommen für ein Paar hat in jüngster Zeit nur „Call me by your name“ (Spiegel online) „Ein Tanz der Blicke, berauschend schön.“(Brigitte Woman) „Diese zarte Liebesgeschichte geht unter die Haut.(Stern.de) „Ein Film, der von tiefster Menschlichkeit berichtet.“ (Kino-Zeit.de) Celine Sciamma erzählt die Liebesgeschichte des Jahres (Musikexpress) „Unendlich subtil, höchst frombewusst, eine Experimentierkammer von allem, was der Feminismus heute fordert und debattiert.“ (Welt.de)
 
DVD: 14,99€
Fiva "Nina"
Erwachsener, deutscher HipHop in bester FIVA-Manier
Zum 20-jährigen Bühnenjubiläum nennt FIVA ihr neues Album nach ihrem echten Namen “Nina”. Kein Wunder also, dass es sich um ihre autobiographischste Platte handelt. Aber FIVA trägt ihr Herz ja schon immer auf der Zunge und wer ihr schon lange zuhört, hat eben das Gefühl sie zu kennen. FIVA hat Haltung und Meinung und sie kann ihre Geschichten, Gefühle und all das Erlebte in wunderbaren Texten rappen. Die Musik auf dem neuen Album ist ein logischer Schritt nach vorn mit einem lachenden Blick zurück. Nachdem ihre Bands von Phantomorchester bis zur Jazz Rausch Big Band immer größer wurden, ist sie nun wieder bei modernem R’n’B und HipHop Grooves angekommen. “Nina” lässt uns mit dem Hintern wackeln und dem Kopf nicken, ihre Reime sind klug, gar weise – und ihr Flow ist angenehm, sanft und dennoch glasklar. Stücke wie “Ich nehm dich mit” oder vor allem “Jetzt bist du wieder da” lassen einfach nicht unberührt und tatsächlich frage ich mich, warum kann FIVA so sehr in mich reingucken und weiß, wie es sich anfühlt wenn ich an “meine Toten” denke. Und wenn es dann heißt: “wenn meine Welt aus den Schranken kippt / ziehst du meine Schuhe an und tanzt damit / mit dir an meiner Seite schreit der ganze Tisch / Gläser hoch auf mich!” dann hat FIVA unser Prost: Vielen Dank für all die tollen Platten und auch “Nina” gehört wieder dazu.
 
CD: 19,99€
LP limitiert: 29,99€
Nina
 
 
Voodoo Jürgens "'s Klane Glücksspiel"
Endlich neue Wiener Strizzilieder
's Klane Glücksspiel
 
 
Drei Jahre hat David Öllerer alias Voodoo Jürgens für sein zweites Album gebraucht. Er war mit seinem wunderbaren Erstling “Ansa Woar” viel auf Tour, er musste ein bisschen Ruhe finden für die neuen Lieder und vor allem wollte er bei der gestiegenen Erwartungshaltung keinen Mist abliefern. Kurz: Er hat alles richtig gemacht. “‘s klane Glücksspiel” bietet eine geschärfte Version dessen, was Jürgens schon immer ausgemacht hat. Die Arrangements sind ausgefeilter, Bläser und Streicher bekommen ebenfalls ihren Platz und die hörspielartigen Abschnitte sind noch besser auf den Punkt gebracht. Aber keinesfalls ist Voodoo nun weniger knarzig, er fühlt immer noch mit den - wie die Österreicher sagen - Strizzis dieser Welt und erzählt schöne und traurige Geschichten vom Kartenspielen, Taxifahren, Feiern, Träumen. Dabei werden all die Außenseiter, Spinner und Sonderlinge niemals vorgeführt, eher beobachtet Öllerer sie sehr genau und formt daraus Texte, die dem Alltäglichen Tiefe abgewinnen. Die Musik ist immer noch die äußerst charmante Weiterentwicklung des Wiener Lieds, wobei sie immer eine angemessene Portion Tom Waits atmet und bei aller Kantig- und gefühlter Huschigkeit immer auf den Punkt ist. Ihr findet, das klingt jetzt aber alles schon sehr super? So ist es auch, Voodoo hatte keine Angst vor dem zweiten Album und so ist es eben weiterer, schwarzhumoriger großer Wurf geworden.
 
CD: 19,99€
LP: 24,99€
Bongartz. Musik in allen Formaten
Hauptstr. 56
91054 Erlangen
Tel: 09131 9080520



USt. ID: DE 261717343

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